FAQ / Glossar

Glossar

Auftrag

BOTZ Flüssigglasuren eignen sich vorrangig für den 2 - 3 maligen Pinselauftrag. Einige Farben benötigen dickeren oder dünneren Auftrag, achten Sie auf Tipps auf dem Dosenetikett. Sie können prinzipiell aber auch 20 - 30 % Wasser zufügen und tauchen oder spritzen.

Ausdehnungskoeffizient

Der Ausdehnungskoeffizient beschreibt das Ausdehnungsverhalten einer Masse oder einer Glasur und ihr Zusammenziehen beim Abkühlen in der letzten Brandphase. Abgekürzt als AK oder auch als WAK = Wärmeausdehnungskoeffizient angegeben. Hohe AK - Werte bedeuten eine große Volumenveränderung. BOTZ Produkte haben unterschiedliche, aber durchschnittliche WAK - Werte.

Bleifreiheit

Blei wird Glasuren zugefügt um den Schmelzpunkt zu senken und bestimmte Effekte hervorzurufen. Die Einnahme von Blei ist sehr gesundheitsschädlich und unbedingt zu vermeiden. Das Anrühren einer Bleiglasur kann Bleistäube verursachen, Bleidämpfe können im Brand entstehen und durch leichte Säuren kann Blei aus einer schon gebrannten Glasur gelöst werden. Alle BOTZ Produkte sind technisch bleifrei.

Braunstein

Rohstoff für Manganoxid, wird in schwarzen Tonen verwendet. Dadurch kommt es häufig zur Bläschenbildung von Glasuren auf schwarzen Tonen. Bläschen werden verringert bei höherer Schrühtemperatur. Heute gibt es schwarze Tone mit Manganspinell als Ersatz für Braunstein, auf denen die Glasuren nahezu blasenfrei ausschmelzen.

Brennhilfsmittel

sind hoch temperaturresistente Materialien in Form von Klötzchen oder Stützen als Abstandhalter der verschiedenen Ofenplatten oder als Trägerobjekte für Keramik wie z.B. Kachelständer oder Dreifüsschen.

Brennofensteuerung

Elektroöfen werden meistens und sicher gesteuert durch ein elektronisches Regelgerät, das mithilfe eines Thermo-Elementes (Temperaturfühler) die Temperatur im Ofen ständig misst und regelt. Eingestellt werden können u.a. Aufheizgeschwindigkeiten für verschiedenen Brennbereiche (Rampen), Endtemperatur und Haltezeit. Gas- und Holzöfen werden z.T. noch manuell gesteuert, im anglo-amerikanischen Raum sind auch noch mechanisch gesteuerte Kiln-sitter Öfen gebräuchlich.

Brenn-Service

Der Fachhandel für Keramikbedarf und viele Keramiker bieten einen Brenn-Service an, Preise werden oft nach Gewicht der Ware, und der Höhe der Brenntemperatur berechnet.

Dekorfarben

sind hoch konzentrierte gebundene Farbkörper für feines Dekor. Spezielle aufbereitete Dekorfarben werden eingesetzt in der Unterglasurtechnik (auf geschrühten Scherben, Transparentglasur drüber) Inglasur- oder Majolikatechnik (auf die ungebrannte Glasur) Aufglasurtechnik (auf bereits gebrannte Glasur plus Dekorbrand). BOTZ Unidekor sind universell für alle Dekortechniken geeignet.

Engoben

sind eingefärbter, flüssiger Ton, wird dünn auf den lederharten Ton aufgetragen und dann entweder geschrüht und transparent überglasiert oder unglasiert im Einbrand auf Endtemperatur gebrannt. BOTZ Engoben können auf jeden Trocknungszustand des Tones aufgebracht werden.

Flüssigglasur

Glasur, die bereits flüssig angerührt und damit gebrauchsfertig ist. Der Binder enthält u.a. Stellmittel, Dispersionsmittel und geringe Mengen Konservierungsmittel um die Glasur lange streichfähig und stabil zu halten.

Frostfestigkeit

Ob eine Keramik frostfest ist, bestimmt nicht die Glasur, sondern der Ton. Wenn er so hoch gebrannt ist, dass er kein Wasser mehr aufnehmen kann (= unter ca. 2%) ist der Ton gesintert und die Keramik frostfest.

Gießrohlinge

sind in Gipsformen gegossene Tonwaren, die mit Glasuren oder Dekorfarben dekoriert werden können.

Gipsformen

Hilfsmittel zur Herstellung keramischer Gefäße und Objekte durch Einformen oder Gießen (Hohlformen und Vollgussformen). Gips zieht die Feuchtigkeit aus dem Gießton und bildet so eine Wandung.

Glasur

Gemenge aus Fritten, Rohstoffen, Farbkörpern, Oxiden, Specks, um einen glasähnlichen Überzug im Brand bei verschiedenen Temperaturen zu erzielen.Glasuren in Industrie und Handwerk sind vorwiegend pulverförmig, im Schul- und Hobbybereich empfehlen sich Flüssigglasuren.

Irdenware

wird auch oft Steingut genannt und ist Keramik aus farbigem Ton im Brennbereich bei ca. 1020 - 1100°C. Begriffe und Temperaturen in der Keramik sind traditionell und regional oft unterschiedlich

Keramik

Keramik gilt als ältester Werkstoff der Menschen. Keramik kann als Sammelbegriff gelten für Produkte aus anorganischen Rohstoffen, wie Ton und Glasur in den verschiedenen Brennbereichen Steingut - Steinzeug - Porzellan. Man unterscheidet zwischen Grobkeramik (z.B. Ziegel, Baukeramik) und Feinkeramik (Geschirr, Kunstobjekte)

Porzellan

Hoch gebrannte Keramik ab ca. 1240 bis zu 1400°C, auch "weißes Gold" genannt. Es besteht hauptsächlich aus Feldspat, Quarz und Kaolin und die typischen Merkmale des Porzellans sind seine Dichtigkeit und die große Härte und Transparenz. BOTZ Unidekor lassen sich auf gekauftes Porzellan gut einsetzen, wenn sie mit 9106 glasiert und bei 1080°C gebrannt werden.

Raku

ist eine vorwiegend draußen praktizierte keramische Brenntechnik aus Japan. Man bezeichnet damit eine spezielle Tonsorte wie auch den Herstellungsprozess und die dadurch entstandenen Keramikarbeiten. Die Keramik wird schnell aufgeheizt, das glühende Objekt in organische Materialen gebettet (z.B. Holzspäne). Rauch und ein Reduktionsvorgang bei den Glasuren erzeugen die typischen Rakueffekte. BOTZ Glasuren, die für diese spannende Technik einsetzbar sind haben im Katalog das kleine Flammensymbol.

Schamotte

Schamotte wird Tonen zugegeben, um die Schwindung herabzusetzen und der Masse mehr Standfestigkeit zu geben, sie wirkt dem Verziehen und der Rissbildung entgegen. Es gibt feinkörnige und grobe Schamotte. Drehmassen werden in der Regel zur besseren Verarbeitung ohne Schamotte aufbereitet. Plattentone und Rakutone können Schamotteanteile von 40% und mehr enthalten.

Schwindung

Tone unterliegen einer Trockenschwindung und einer Brennschwindung, zusammen als Gesamtschwindung bezeichnet. Diese werden in Prozent angegeben. Bei zunehmender Temperatur wird die Brennschwindung generell größer.

Schrühbrand

Der gut durchgetrocknete Ton wird in einem ersten Brand "geschrüht", um ihn zu härten und zu entgasen, damit die Glasuren später blasenfrei ausschmelzen. Dabei bleibt der Scherben porös, um die Glasur ansaugen zu können. Für BOTZ Glasuren empfehlen wir einen Schrühbrand bei min. 1000°C mit 10 min HZ = Haltezeit.

Segerkegel

Temperaturmessstäbchen mit spezieller chemischer Zusammensetzung und definiertem Schmelzpunkt. Sie werden heute vorwiegend von Fa. Orton produziert. Segerkegel können zusätzlich zum Thermoelement des Brennofens zur genauen Temperaturüberprüfung eines Brandes, als alleiniger Temperaturmesser (durch das Sichtrohr beobachtet) benutzt werden oder zur mechanischen Regelung bei Kiln-sitter-Öfen.

Sinterung

Sinterung eines Scherbens bedeutet, dass Schmelzanteile beim Brand eine Verglasung und somit Verdichtung des Scherbens bewirken, die wenig Wasseraufnahme des Scherbens zulässt. Ein Ton gilt als dicht gesintert, wenn die Wasseraufnahme nach Brand geringer als ca. 2% ist.

Steingut

ist traditionell niedrig gebrannte Keramik, die meistens einen hellen Scherben hat, der noch porös ist und Wasser aufnehmen kann. Somit zieht sie angerührte Pulverglasuren an. Glasur im Steingutbereich von ca. 1020 - 1100°C soll den Scherben z.T. abdichten, hat aber hauptsächlich dekorierende Funktion. Steingutglasuren sind deutlich farbiger und effektreicher als Steinzeugglasuren, gehen aber eine nicht so feste Verbindung mit dem Ton ein. BOTZ Flüssigglasuren haften auch auf höher geschrühtem Steingut.

Steinzeug

Steinzeug als Teilbereich in der Keramik meint dicht gesinterte Objekte im Brennbereich von ca. 1200 - 1300°C. BOTZ Steinzeugglasuren eignen sich sehr gut für die Herstellung von Eß- und Trinkgeschirr.

Trennmittel

Als Schutz vor abtropfender Glasur wird Trennmittel, eine Kaolinmischung, direkt auf die Ofenplatte gestrichen. BOTZ Trennmittel ist bereits fertig angerührt.

Wasseraufnahme

Die Wasseraufnahme eines Scherbens wird in % angegeben, bei einer Wasseraufnahmefähigkeit bis zu ca 2 % spricht man von einem dichten (gesinterten) Scherben: Notwendig für Geschirr in Spülmaschine und Mikrowelle und für frostfeste Gartenkeramik.

1) Wie oft soll ich BOTZ Flüssigglasuren auftragen?

In der Regel 2-3 Mal - außer es steht etwas anderes unter den Hinweisen auf der Dose. Die beiden transparenten Glasuren (9102 und 9106) und die beiden Craqueléglasuren (9351 und 9352) werden z.B. nur 1 Mal unverdünnt oder 1 – 2 Mal leicht verdünnt aufgetragen. Rottöne eher 3 Mal auftragen. Für einen besseren Auftrag kann man die BOTZ Flüssigglasuren sehr gut mit einem Schluck Wasser verdünnen.

2) Wie lange sind BOTZ Flüssigglasuren haltbar?

Nach Kauf beim Händler halten die Glasuren durchschnittlich 2 – 3 Jahre, manche auch deutlich länger. Gute Lagerbedingungen, d.h. keine großen Temperaturschwankungen (kein Frost, keine Hitze) verlängern die Lagerzeit. Eingedickte Glasuren können Sie mit Wasser wieder streichfähig rühren.

Tipp: nach Gebrauch Dosenrand gut säubern, etwas Wasser in die Dose geben, dieses erst bei nächstem Gebrauch unterrühren (oder evtl. Frischhaltefolie über den Deckelrand ziehen).

3) Wie hoch soll der Schrühbrand sein?

Der erste Brand (Schrühbrand) war traditionell zwischen 850°C und 900°C. Für Pulverglasuren war ein poröser Scherben wichtig, damit die angerührte Pulverglasur auf dem Scherben haften bleibt. BOTZ Flüssigglasuren können aber sehr gut auf höher geschrühter Ware aufgetragen werden, da sie einen Kleber enthalten, der die Glasur fest haften lässt. Vorteil einer Schrühtemperatur bei ca. 950°C: bei einer hohen Schrühtemperatur ist der Ausgasungsprozess des Tons weitestgehend abgeschlossen und die Glasur wird im 2. Brand nicht durch Tongase „gestört“ d.h. es gibt weniger Blasen und Krater.

4) Kann ich BOTZ Flüssigglasuren miteinander mischen?

Sehr schöne Ergebnisse können Sie erzielen, wenn Sie auf die eine Glasur eine andere auftragen. Ein Ineinanderrühren der Glasuren im Irdenwarebereich ergibt nicht bei allen spannende Ergebnisse. Gut eignen sich opake Glasuren ohne Effekt (z. B. die matten Glasuren 9107, 9108, 9487-9491 und 9612) und besonders auch BOTZ Steinzeug, (vgl. Hinweise unter Tipps Steinzeug in unserem aktuellen Katalog).

5) Rot wird nicht Rot, Gold wird nicht Gold, was ist passiert?

Rot- und Goldtöne in der Keramik sind oft empfindlich. Sehr stabil sind BOTZ Rottöne (9601 – 9605) und BOTZ Gold (9541) wenn Sie 3 Verhaltensregeln beachten:

1) dick auftragen, 2) niedrig brennen (d.h. bis 1040°C) 3) Sauerstoff im Ofen zulassen, bzw. nicht zu eng im Ofen setzen, damit die Luft gut zirkulieren kann.

Bei Lava (9606) und Koralle (9607) können Sie höher brennen (optimal 1050°C), müssen aber die Sauerstoffzufuhr beachten. Weiße Ränder gehören bei diesen Glasuren zum Erscheinungsbild, ein sehr unempfindliches Rot ist 9611 Lackrot.

6) Kann ich bereits gebrannte Glasur noch mal überglasieren?

Das funktioniert meistens sehr gut, besonders, wenn Sie z. B. zu dünn aufgetragen haben und die gleiche Glasur dann noch mal auftragen wollen. Die Trocknungszeit auf gebrannter Glasur ist natürlich länger als auf unglasiertem Scherben. Wenn Sie über eine gebrannte Glasur eine andere Farbe auftragen wollen, ist das Ergebnis nicht ganz vorhersehbar, aber oft spannend. Für die gute Haftung können Sie die gebrannte Keramik vorm erneuten Glasieren nochmals anwärmen auf 60 – 100°C.

7) Manche BOTZ-Glasuren riechen beim Brand, was kann ich dagegen tun?

Sehr wichtig zu wissen, dass jeder Brand in der Keramik, d.h. auch ein Schrühbrand gesundheitsschädliche Gase abgibt. Sie sollten diese Abgase ableiten mit einem Abluftsystem (z.B. unter www.kerablu.de) oder für eine gute Be- und Entlüftung im Brennraum sorgen und während des Brandes möglichst nicht im Brennraum arbeiten. Der manchmal starke Geruch bei BOTZ Glasuren (ca. zwischen 200 – 300°C) ist nicht gefährlicher als geruchsfrei brennende Glasuren.

Nutzen Sie ihn als Hinweis auf zu geringe Entlüftung. Die Geruchsbelastung im Brand nimmt ab, wenn Sie die Glasuren vor dem Brand sehr gut trocknen lassen.

8) Sind BOTZ Flüssigglasuren „lebensmittelecht“?

Den Begriff „lebensmittelecht“ gibt es in der Keramik nicht. Wichtig ist, keine bleihaltigen und möglichst nur komplett kennzeichnungsfreie Glasuren für Ess- und Trinkgeschirr zu benutzen. Manche Glasuren sind nicht säurestabil, d.h. in Kontakt mit leichten Säuren können Inhaltsstoffe aus der gebrannten Glasur gelöst werden. Obwohl alle BOTZ Flüssigglasuren kennzeichnungsfrei sind empfehlen wir sicherheitshalber für Ess- und Trinkgeschirr nur die Glasuren, die besonders resistent sind und im Katalog das Piktogramm „empfohlen für Tafelgeschirr“ haben. Aus hygienischen Gründen gehören z.B. Effektglasuren oder matte Glasuren nicht dazu, weil sich hier auch Essenreste ablagern könnten.

9) Gibt es eine optimale Brennkurve für BOTZ Flüssigglasuren?

BOTZ Flüssigglasuren (Irdenware) können Sie mit meistens in der Regelung bereits vorprogrammierten Brennkurven sehr gut brennen, sie bedürfen keiner speziell einzugebenden Brennkurve. Wenn Sie selbst einstellen: bis ca. 600°C  Temperatur mit ca. 150°C pro Stunde aufheizen, danach Volllast bis zur Höchsttemperatur 1020 – 1060°C mit einer Haltezeit von 10 – 20 min.

Alle Muster im Katalog sind bei 1050°C mit 15 min Haltezeit gebrannt (Ausnahme Rot und Gold). Bitte beachten Sie, dass ein Ofen im oberen Bereich oft höher brennt als im unteren Bereich.

Steinzeugglasuren sind mit gleicher Aufheizgeschwindigkeit bis 1220 – 1280°C zu brennen mit 10 – 30 min Haltezeit, optimal hier eine Endtemperatur von 1250°C.

10) Kann ich bei Ihnen direkt bestellen?

Der Vertrieb der BOTZ Flüssigglasuren läuft ausschließlich über den Fachhandel für Keramikbedarf, Bastelgeschäfte und Versender. Sie können gern einen Händler in Ihrer Nähe bei uns anfragen oder auf unserer Homepage finden: www.botz-glasuren.de unter der Rubrik: Sie suchen Fachhändler. Auf Wunsch schicken wir Ihnen gern unseren aktuellen Katalog per Post zu. Wir freuen uns auch über Besuche bei facebook oder auf unserem YouTube-Kanal „Freude an Keramik“...

11) Sind BOTZ Flüssigglasuren frostfest?

Die Frostfestigkeit wird vorrangig nicht durch die Glasur, sondern durch den Ton bestimmt. Wenn der Ton „gesintert“ ist, d.h. er ist dicht und kann kein Wasser mehr aufnehmen, ist er winterhart. Bitte fragen Sie bei Ihrem Tonlieferanten nach der Sintertemperatur Ihres Tons. 

12) Gibt es Sicherheitsdatenblätter für BOTZ Flüssigglasuren?

Wenden Sie sich gern an uns. Wir schicken Ihnen die gewünschten Sicherheitsdatenblätter per Mail zu.

13) Meine Glasur ist im Glasurbrand stark abgelaufen, woran liegt das?

Wir haben einige Glasuren im Programm, die Laufen sollen (siehe Piktogramme im Katalog), dann bitte den unteren Bereich Ihres Objektes sehr dünn glasieren. Laufen aber andere Glasuren ab, könnte es am zu dicken Auftrag oder aber an einer zu hohen Temperatur liegen. Eventuell sollten Sie die tatsächlich erreichte Ofentemperatur anhand von Segerkegeln (oder Orton Kegeln) überprüfen. Wir empfehlen, die Ofenplatten mit einem Trennmittel zu schützen (z.B. BOTZ Trennmittel Art.-Nr. 90108).