1) Wie oft soll ich BOTZ Glasuren auftragen?
2) Wie lange sind BOTZ Glasuren haltbar?
3) Wie hoch soll der Schrühbrand sein?
4) Kann ich BOTZ Glasuren miteinander mischen?
5) Rot wird nicht Rot, Gold wird nicht Gold, was ist passiert?
6) Kann ich bereits gebrannte Glasur noch mal überglasieren?
7) Manche BOTZ-Glasuren riechen beim Brand, entweichen giftige Dämpfe?
8) Sind BOTZ-Glasuren „lebensmittelecht“?
9) Gibt es eine opitmale Brennkurve für BOTZ-Glasuren?
10) Kann ich bei Ihnen direkt bestellen?
11) Sind BOTZ Glasuren frostfest?
12) Gibt es Sicherheitsdatenblätter für BOTZ-Glasuren?
13) Meine Glasur ist im Glasurbrand stark abgelaufen, woran liegt das?
1) Wie oft soll ich BOTZ Glasuren auftragen ?
Generell 2 – 3 mal, außer die beiden Transparentglasuren (BOTZ 9102 und BOTZ 9106) und die beiden Craquéleglasuren (BOTZ 9351 und BOTZ 9352). Diese nur dünn, d.h. 1 mal unverdünnt oder 1 – 2 mal leicht verdünnt auftragen. Rottöne und Goldglasur eher 3 mal auftragen, vgl. Frage 5.
2) Wie lange sind BOTZ Glasuren haltbar ?
Nach Kauf beim Händler halten die Glasuren durchschnittlich 2 – 3 Jahre, manche auch deutlich länger. Gute Lagerbedingungen, d.h. keine großen Temperaturschwankungen, kein Frost, keine Hitze verlängern die Lagerzeit. Fest gewordene Glasuren können Sie mit Wasser wieder streichfähig rühren.
Tipp: nach Gebrauch Dosenrand gut säubern, etwas Wasser in die Dose geben, dieses erst bei nächstem Gebrauch unterrühren.
3) Wie hoch soll der Schrühbrand sein ?
Der erste Brand (Schrühbrand) war traditionell zwischen 900° – ca 960°C gebrannt. Für Pulverglasuren war ein poröser Scherben wichtig, damit die angerührte Pulverglasur auf dem Scherben annähernd haftet. BOTZ Flüssigglasur aber kann sehr gut auf deutlich höher geschrühter Ware aufgetragen werden, da sie einen Kleber enthält, der die Glasur fest haften lässt. Vorteil einer Schrühtemperatur bei ca. 1020 – 1050°: bei einer hohen Schrühtemperatur ist der Ausgasungsprozess des Tons weitestgehend abgeschlossen und die Glasur wird im 2. Brand nicht durch Tongase „gestört“ d.h. es gibt weniger Blasen und Krater. Manche BOTZ-Anwender brennen Steinzeugton im 1. Brand bei ca. 1220 - 1250°C, der Ton ist damit dicht und frostsicher und benutzen danach BOTZ Flüssigglasuren für den Irdenwarebereich bei 1050°C.
4) Kann ich BOTZ Glasuren miteinander mischen ?
Sehr schöne Ergebnisse erzielen Sie, wenn Sie auf die eine Glasur eine andere auftragen. Ein Ineinanderrühren der Glasuren im Irdenwarebereich ergibt nicht bei allen spannende Ergebnisse. Gut eignen sich opake Glasuren ohne Effekt und besonders auch BOTZ Steinzeug (vgl. Hinweise unter Tipps Steinzeug).
5) Rot wird nicht Rot, Gold wird nicht Gold, was ist passiert ?
Rot- und Goldtöne in der Keramik sind oft empfindlich. Sehr stabil sind BOTZ Rottöne (BOTZ 9601 – BOTZ 9605) und BOTZ Gold (BOTZ 9541) wenn Sie 3 Verhaltensregeln beachten:
1. dick auftragen,
2. niedrig brennen (d.h. bis 1040°C)
3. Sauerstoff im Ofen zulassen, bzw. nicht zu eng im Ofen setzen, damit die Luft gut zirkulieren kann.
Bei Lava (BOTZ 9606) und Koralle (BOTZ 9607) können Sie höher brennen, müssen aber die Sauerstoffzufuhr beachten. Weiße Ränder gehören bei diesen Glasuren zum Erscheinungsbild.
6) Kann ich bereits gebrannte Glasur noch mal überglasieren ?
Das funktioniert meistens sehr gut, besonders, wenn Sie z,B. zu dünn aufgetragen haben und die gleiche Glasur dann noch mal auftragen wollen. Die Trocknungszeit auf gebrannter Glasur ist natürlich länger als auf unglasiertem Scherben. Wenn Sie über eine gebrannte Glasur eine andere Farbe auftragen wollen, ist das Ergebnis nicht ganz vorhersehbar, aber oft spannend. Für die gute Haftung können Sie die gebrannte Keramik vorm erneuten Glasieren nochmals anwärmen auf 60 – 100°C.
7) Manche BOTZ-Glasuren riechen beim Brand, entweichen giftige Dämpfe ?
Sehr wichtig zu wissen, dass jeder Brand in der Keramik, d.h. auch ein Schrühbrand gesundheitschädliche Gase abgibt. Sie sollten diese Abgase ableiten mit einem Abluftsystem (z.B. unter www.kerablu.de) oder für eine gute Be- und Entlüftung im Brennraum sorgen und während des Brandes möglichst nicht im Brennraum arbeiten. Der manchmal starke Geruch bei BOTZ Glasuren (ca. zwischen 200 – 300°C) ist nicht gefählicher als geruchsfrei brennende Glasuren. Nutzen Sie ihn als Hinweis auf zu geringe Entlüftung. Die Geruchsbelastung im Brand nimmt ab, wenn Sie die Glasuren vor dem Brand sehr gut trocknen lassen.
8) Sind BOTZ-Glasuren „lebensmittelecht“ ?
Den Begriff „lebensmittelecht“ gibt es in der Keramik nicht. Wichtig ist, keine bleihaltigen und möglichst nur komplett kennzeichungsfreie Glasuren für Eß- und Trinkgeschirr zu benutzen. Manche Glasuren sind nicht säurestabil, d.h. in Kontakt mit leichten Säuren können Inhaltsstoffe aus der gebrannten Glasur gelöst werden. Obwohl alle BOTZ Flüssigglasuren kennzeichnungsfrei sind empfehlen wir sicherheitshalber für Eß- und Trinkgeschirr nur die Glasuren, die besonders resistent sind und im Katalog das Piktogramm „empfohlen für Tafelgeschirr“ haben. Aus hygienischen Gründen gehören z.B. Effektglasuren oder matte Glasuren nicht dazu, weil sich hier auch Essenreste anlagern könnten.
9) Gibt es eine opitmale Brennkurve für BOTZ-Glasuren ?
BOTZ Flüssigglasuren (Irdenware) können Sie mit meistens in der Regelung bereits vorprogrammierten Brennkurven sehr gut brennen, sie bedürfen keiner speziell einzugebenden Brennkurve. Wenn Sie selbst einstellen: bis ca. 600°C Temperatur mit ca 100° pro Stunde aufheizen, danach Volllast bis zur Höchsttemperatur 1020 – 1060°C mit einer Haltezeit von 10 – 20 min. Alle Muster im Katalog sind bei 1050°C mit 15 min Haltezeit gebrannt (Ausnahme Rot und Gold, vgl. Frage 5). Bitte beachten Sie, dass ein Ofen im oberen Bereich oft höher brennt als im unteren Bereich.
Steinzeugglasuren sind mit gleicher Aufheizgeschwindigkeit bis 1220 – 1280°C zu brennen mit 10 – 30 min Haltezeit, optimal ist hier eine Endtemperatur von 1250°C.
10) Kann ich bei Ihnen direkt bestellen ?
Der Vertrieb der BOTZ Flüssigglasuren läuft ausschließlich über den Fachhandel für Keramikbedarf, Bastelgeschäfte und Versender. Sie können gern einen Händler in Ihrer Nähe bei uns anfragen.
11) Sind BOTZ Glasuren frostfest ?
Die Frostfestigkeit wird vorrangig nicht durch die Glasur, sondern durch den Ton bestimmt. Wenn der Ton „gesintert“ ist, d.h. er ist dicht und kann kein Wasser mehr aufnehmen, ist er winterhart. Bitte fragen Sie bei Ihrem Tonlieferanten nach der Sintertemperatur Ihres Tons. Flüssigglasuren können auch auf hoch geschrühter Ware aufgetragen werden, vgl. Frage 3.
12) Gibt es Sicherheitsdatenblätter für BOTZ-Glasuren ?
Die meisten Händler haben eine CD mit allen BOTZ Sicherheitsdatenblättern und können Ihnen das gewünschte ausdrucken. Oder Sie wenden sich direkt an uns, wir beraten Sie gern und senden Ihnen auch die gewünschten Sicherheitsdatenblätter zu.
13) Meine Glasur ist im Glasurbrand stark abgelaufen, woran liegt das ?
Wir haben einige Glasuren im Programm, die laufen sollen (siehe Piktogramme im Katalog), dann bitte den unteren Bereich Ihres Objektes sehr dünn glasieren. Laufen aber andere Glasuren ab, könnte es am zu dicken Auftrag oder aber an einer zu hohen Temperatur liegen. Eventuell sollten Sie die tatsächlich erreichte Ofentemperatur anhand von Segerkegeln überprüfen.

